Die Sanierung der Stephanuskirche und der Neubau unseres Gemeindezentrums ist nun schon seit einigen Jahren ein Dauerthema der Presbyteriumssitzungen. Die Notwendigkeit wurde durch umfangreiche Gutachten belegt und mögliche Lösungen der baulichen Probleme durch verschiedene Planungsszenarien gestaltet. Dabei ging es immer auch um die grundsätzliche Frage „Sanierung oder Neubau“.

Nach einer langen ausführlichen Planungszeit steht nun fest: Die Stephanuskirche wird gründlich saniert und das Gemeindezentrum neu gebaut. Die Renovierung wird eine rundum erneuerte und energetisch verbesserte Stephanuskirche zeigen, die sich Seite an Seite mit einem neuen Gemeindezentrum für die Zukunft aufstellen wird. Neben der Berücksichtigung wichtiger ökologischer Gesichtspunkte wird sich der Baukörper stärker als bisher dem Veedel öffnen und gleichzeitig als Kirche erkennbarer werden.

Die Stephanuskirche bleibt erhalten, die beeindruckenden Fensterseiten werden in neuem Glanz erstrahlen, die Ausrichtung der Kirche in die vier Himmelsrichtungen wird durch die Beseitigung der baufälligen Empore deutlicher zu sehen sein. Die Kirche erhält einen Glockenstuhl an ihrer Ostseite für zwei Glocken.

Das Gemeindezentrum wird ganz neu gebaut, es wird größer und rückt ein gutes Stück nach hinten bis in den Bereich des Gartens der ehemaligen Pfarrwohnung. Im ersten Stock werden sich Veranstaltungsräume, Küche und auch das Gemeindebüro befinden, im zweiten Stock entstehen drei Mietwohnungen. Die Verbindung zwischen Kirche und Gemeindezentrum wird hell und großzügig erweitert. Die gesamte Anlage ist natürlich vollständig barrierefrei. Am Rande des großen Innenhofes entstehen Parkplätze für die Kirchenbesucher.

Der Baubeginn wird sich allerdings noch einmal verzögern. Die bauliche Planung ist vollständig abgeschlossen, die benötigten Gutachten und Genehmigungen liegen vor. Für die Gemeinde hat sich aber eine unvorhergesehene zeitliche begrenzte Finanzierungslücke ergeben. Dies hängt zusammen mit einem Herzensprojekt unserer Gemeinde, der Übergabe der ehemaligen Kreuzkapelle an die liberal-jüdische Gemeinde Köln für die Errichtung einer dortigen Synagoge. Die Realisierung diese Projekts war und ist ja nicht nur unser großer Wunsch – der Kirchengemeinde Riehl – son­dern auch der des Kirchenkreises Köln-Mitte und der Rheinischen Landeskir­che. Die Übergabe sollte direkt von uns an die jüdische Gemeinde erfolgen und ist Teil unserer Baufinanzierung gewesen. Es hat sich nun leider herausgestellt, dass ein direkter Verkauf an die jüdische Gemeinde nicht möglich ist. Alle Seiten wollen das Projekt aber retten, und das soll, so ist es jetzt geplant, auf eine dauerhafte Vermietung der Synagogenräume an die jüdische Gemeinde hinauslaufen. Unser Kirchenkreis Köln-Mitte unterstützt den Ankauf der Stammheimer Straße durch eine kirchliche Immobiliengesellschaft. Die müsste dann an die jüdi­sche Gemeinde die Räume vermieten. Für Kauf und Mietvertrag muss jetzt aber noch einiges geprüft und eingeplant werden, z.B. ausgebaute Fluchtwege. Das braucht alles Zeit und deshalb wird sich der Ankauf der Immobilie durch die Gesellschaft und damit der Baubeginn noch einmal verzögern. Die Finanzie­rung des Umbaus ist also nicht grundsätzlich gefährdet, aber es lässt sich heute nicht seriös sagen, wann der Verkaufserlös auf unserem Gemeindekonto ist. Das ist aber unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die Kirchenleitung grünes Licht für den Umbau gibt.

Sobald wir wissen, wann die Bagger kommen, werden wir den Auszugstermin bekanntgeben. In der Bauzeit werden wir in der Annakirche auf dem Gelände der Sozialbetriebe Köln unsere Gottesdienste halten. Dort gibt es auch einen großen Gemeinderaum, den wir nutzen können. Außerdem werden wir in der katholischen Nachbargemeinde St. Engelbert Gemeinderäume nutzen dürfen, und das ist ein schönes Zeichen gelebter Ökumene.